Ins Notizbuch 8

Selten aber stellt das Auseinanderfallen zwischen dem „law on the books“ und der Rechtswirklichkeit so ein zentral wichtiges Thema in der juristischen und gesellschaftlichen Debatte dar wie in Russland. Einer der wesentlichen Gründe dafür ist im sog. „Rechtsnihilismus“ zu sehen, der ein weit verbreitetes Phänomen und Charakteristikum der russischen Rechtskultur ist und das russische Rechts- und Staatsverständnis prägt. Recht ist nichts, das ist das Credo; Recht und Gerechtigkeit haben wenig oder nichts miteinander zu tun. Was in Gesetzen niedergeschrieben ist, braucht nicht befolgt zu werden, es sei denn, man wird dazu mit physischer Gewalt gezwungen. (…) Das Recht einen Wert hat, gilt es nachzuweisen, es wird kein Grundkonsens darüber vorausgesetzt.

– Angelika Nußberger, Einführung in das russische Recht, S. 7

Ein kurzer Trip in einen anderen Rechtskreis macht einem schnell klar, dass die hiesigen Probleme der Juristerei teilweise auch Luxusprobleme sind. Zum Glück…

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