Ins Notizbuch 5

Nicht wenige Staatsrechtslehrer sehen in der Wahl zum BVerfG den möglichen und erstrebenswerten Höhepunkt ihrer beruflichen Karriere. Diese Tatsache ist geeignet, ihre Bereitschaft an offener Kritik des Gerichts einzuschränken. Vielleicht liegt hier eine der Ursachen dafür, daß über Jahrzehnte hin die Mehrheit der deutschen Strafrechtslehrer die Rechtsprechung aus Karlsruhe „Roma locuta causa finita“ unkritisch, nicht selten huldigend entgegengenommen hat.

– Bernd Rüthers, Die heimliche Revolution, S. 136

Die Rechtsprechungen des BVerfG sind von hoher rechtspolitischer Brisanz. Daher überrascht es, dass hierüber im Seminar nicht offener diskutiert wird. Vielleicht findet sich im obigen Zitat ein Grund?

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